Weitere mögliche Kritikpunkte gegen die Lehren der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (Mormonen)



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Schriftstelle

Die Lehre von der ewigen Ehe ist biblisch widerlegt

An demselben Tage traten die Sadduzäer zu ihm, die lehren, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat gesagt (5.Mose 25,5-6): »Wenn einer stirbt und hat keine Kinder, so soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen erwecken.« Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder;  desgleichen der zweite und der dritte bis zum siebenten. Zuletzt nach allen starb die Frau. Nun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein von diesen sieben? Sie haben sie ja alle gehabt.  Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes. Denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel.
Matthäus 22 : 23-30 ... Luther 1984  (Markus 12 : 18-25, Lukas 20 : 27-36)

Zunächst sollte festgehalten werden, dass die Lehre der ewigen Ehe direkt von Gott stammt und durch heutige Propheten offenbart wurde. Falls die Bibel diesem Grundsatz "scheinbar" widerspricht, würde dies nichts an der offenbarten Tatsache ändern.

Dennoch ist es wichtig, diese Textstelle genauer unter die Lupe zu nehmen:

Im Gegensatz zu den Pharisäern, glaubten die Sadduzäer nicht an die Auferstehung.

Die gestellt Frage bezieht sich auf die sogenannte Levirats-Ehe (Schwagerehe) die zur Versorgung der Ehefrauen von kinderlos verstorbenen Männern dient. Ganz nach dem Motto: Der Bruder lässt die Frau seines Bruders nicht allein.

Es ging bei der gestellten Frage vorrangig darum, Jesus bezüglich der Lehre von der Auferstehung in die Falle zu locken und ihn womöglich in Widersprüche zu verstricken, verglichen mit den Lehren des großen Gesetzesvaters, namens Moses. Die Frage war: "Wer wird der Mann der Frau".

Auch wenn es den Anschein erweckt, dass es hier um eine reellen Fall geht (7 verstorbene Brüder und um eine Frau), ist es doch wahrscheinlich, dass die Geschichte erdacht war, um Jesus in eine schwierige Antwort-Position zu bringen, im Zusammenhang mit der Auferstehung, dem Leben nach dem Tod und der scheinbaren Ehe-Komplikationen.


Jesus antwortet schlau und mehrdeutig:

1. Ihr irrt, weil ihr die Schrift nicht kennt:

Hier ist unklar, auf welche Schrift Jesus sich bezieht. Im alten Testament gibt es keine Paralell-Stelle, die aussagt, dass es nach der Auferstehung keine Ehe gibt. Es kann aber sein, dass sich Jesus auf 5. Mose bzw. Deuteronomium Kapitel 25, oder auf den 1. Mose bzw. Genesis 2:23,24 oder auf Kohelet 3:14 bezieht.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass Jesus sich hier auf eine apogryphische Stelle im Tobit bezieht (damals wurden viele solcher Schriften als heilig eingestuft, obwohl sie nicht ihren Platz im alten Testament gefunden haben). Im Tobit 6:10-8:9 wird von einer Frau namens Sara berichtet, die 7 Brüder heiratet, die jewils am Hochzeitstag von einem Dämon getötet werden. Am Ende heiratet sie Tobias, den 8. Ehemann. Diesmal hilft der Erzengel Gabriel dem Tobias, sich gegen den Dämon zu wehren, sodass er nicht getötet wird. Gabriel lässt Tobias wissen, dass Sara von Anfang an für ihn bestimmt war.

Falls Jesus sich auf diese Stelle bezieht, könnte es sein, dass Jesus die Sadduzäer dafür kritisiert, dass sie diese Stelle nutzen, ohne zu erwähnen, dass es einen Unterschied gibt, zwichen den ersten 7 Ehen (zeitlich) und der letzten Ehe (ewig bzw. Siegelung).


2. Ihr irrt, weil ihr die Kraft Gottes nicht kennt:

Hier signalisiert Jesus, dass die Sadduzäer in ihrer "beschränkten Sichtweise" die Macht Gottes nicht erkennen, alles zu lösen, auch scheinbare Ehe-Ungerechtigkeiten nach der Auferstehung.

3. Denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel:

Einmal spricht er von "heiraten" (griechisch: gameo) und dann spricht er von "sich heiraten lassen" (griechisch: gamizō) Das Wort "heiraten" bezieht sich auf Männer, die aktiv werden, der Begriff "sich heiraten lassen" bezieht sich Frauen, die es geschehen lassen.

Im 1. Korinther 7:33 (Luther 1984 wird der verheiratete Zustand folgendermaßen beschrieben: ... "wer aber verheiratet ist". Wenn Jesus hätte die ewige Ehe verneinen wollen, hätte er sich sicherlich in dieser Form eindeutig augedrückt. Doch er hat die anderen Begriffe gewählt.

Mit anderen Worten: Jesus meint hier sicherlich, dass nach der Auferstehung nicht mehr aktiv geheiratet werden kann, und sich dann niemand mehr heiraten lassen kann. Dort ist es dann zu spät dafür, da für die Schließung von ewigen Ehen (Siegelungen), das Erdenleben vorgesehen ist.

Der verheirate Zustand jedoch, der auf Erden erreicht wurde, bleibt erhalten, wenn der Ehe-Bund für die Ewigkeit geschlossen wurde (Siegelung).

Nun könnte jemand einwerfen, dass es ja Leute gibt, die während des Erdenlebens keine ewige Ehe eingehen konnten. Wenn nun die ewige Ehe zur Lehre Jesu dazu gehört, dann wäre es ja schlimm, wenn es nach der Auferstehung zu spär dafür wäre.

Hierauf gibt es die klare Antwort, dass der himmlische Vater in seiner Weisheit, die Lösung bereit hält. Es gibt nämlich eine Zeit zwischen dem Tod und der Aufertehung (genannt: das Paradies in der Geisterwelt). Dies ist eine Art Zwischenzustand vor der endgültigen Auferstehung. Dort werden diese Ehe-Ungerechtigkeiten, die von den Sadduzäern angesprochen wurden elegant gelöst.

Weitere Anmerkungen:

Die Sadduzäer wollten, wie so oft mit Jesus debattieren und kamen mit dieser ausgedachten Geschicht an. Die Idee war, Jesus dazu zu bringen, dem grossen Mose zu widersprechen.

Die jüdischen Schriftgelehrten hatten öfters über das Thema diskutiert, welche die Sadduzäer vor Jesus brachten. Die Juden entschieden, dass der erste Mann das Anrecht auf die Frau hat, wenn eine Frau mit zwei Männern verheiratet war. (Quelle: Dummelows A Commentary on The Bible ... New York: The Macmillian Company, 1977, p. 698) Diese Frage war für die Juden von großer Bedeutung, da sie an eine "stoffliche" Auferstehung glaubten.

Die Sadduzäer nutzen das Thema Auferstehung in der Befragung Jesu, obwohl sie nicht an diese glaubten. Sie wollten durch ihre Fragen bewirken, dass Jesus von den Massen verachtet und verspottet wird, denn sie rechnetet damit, dass er die Frage nicht beantworten kann.

Doch Jesus wusste eine Antwort und reagierte mit der dezenten Zurechtweisung: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes. Die Sutuation der Sadduzäer war davon geprägt, dass sie die Schriften nicht verstanden und wohl nicht verstehen wollten. Sie steckten im Sumpf falscher Lehren und hatten ohne den Heiligen Geist keinen Zugang zur geistigen Offenbarung. Aus diesem Grund beantwortete Jesus ihre Frage eben nicht mit einer ausführlichen Belehrung zur ewigen Ehe. Stattdessenentschärfte er zügig ihr Argument und bezeugte ihnen die Tatsache der Auferstehung, indem er die Schrift zitiert, die die Sadduzäer so hoch halten (siehe Matthäus 22:31,32). Ihre Frage hat Jesus nur flüchtig beantwortet. indem er sagte: "Denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel". Jesus lenkte ihren Sinn mehr auf deren zentralen Glaubenkonflikt bezüglich der Auferstehung. Von dieser Auferstehung gab er klares Zeugnis.

Durch diese Strategie brachte Jesus die Sadduzäer zum Schweigen.

Bezüglich der ewigen Ehe hat Jesus die Sadduzäer abgespeist und ihnen nicht zu viel verraten, ganz nach dem Motto, keine Perlen vor die Säue zu werfen (Matthäus 7:6). Die Sadduzäer verschlossen sich in Sachen Auferstehung. Warum sollte Jesus sie über die ewige Ehe belehren?

Außerdem behauptete Jesus nicht, es gäbe keine Ehestatus nach der Auferstehung. Vielmehr sagte er, es würden nach der Auferstehung keine Ehen mehr geschlossen.

Hinzu kommt, dass wir darüber nachdenken sollten, wer mit "sie" (diejenigen, die weder heiraten, noch sich heiraten lassen) gemeint sind. Warum sollte Jesus diejenigen, die er als Schlangenbrut bezeichnete und die ihn ablehnten und deshalb keinen Zugang zu den höheren Verordnungen des Melchisedekischen Pristertums haben, mit der Lehre der ewigen Ehe beglücken? Was er den Sadduzäern, die später mit zu seinem Tod beitrugen, bei dieser Gelegenheit sagte, ist wohl kaum auf seine Heiligen anwendbar, die sich durch entsprechenden Priestertums-Verordnungen und ihre Rechtschaffenheit, für die Erhöhung im celestialen Königreich, welches der Herr mit der ewigen Ehe verknüpft. (siehe Lehre und Bündnisse 132:19-24).

Bei einer anderen Gelegenheit erwähnt Jesus die ewige Ehe vor den Pharisäern, die zumindest an die Auferstehung glaubten, als er folgendes sagte: "Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach (1.Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden "ein" Fleisch sein«? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern "ein" Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!" (Matthäus 19:4-6 ... Luther 1984)

Die Ehe von Adam und Eva, die vor dem Fall geschlossen wurde, was sicherlich auf die Ewigkeit ausgerichtet. (siehe 1. Mose bzw. Genesis 2:18-24). Die Vollmacht, auf Erden und im Himmel zu binden, wurde Petrus und den anderen Aposteln übertragen. (siehe Matthäus 16:19 und Matthäus 18:18). Auch wenn diese Priestertums-Vollmacht wegen des Abfakk veloren ging, wurde sie aber in unseren Tage wieder hergestellt. 

 


Quellen: https://bycommonconsent.com/2011/09/17/matthew-2230/ und The Foundation for Apologetic Information & Reserach = FAIR "Doesnt Matthes 22:23-30 contradict the LDS Doctrine of Eternal Marriage? und "I have a Question Ensign February 1986)

"Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach (1.Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden "ein" Fleisch sein«? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern "ein" Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!"
Matthäus 19:4-6 ... Luther 1984


Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau.
1. Korinther 11:11 ... Luther 1984


Und weiter, wahrlich, ich sage euch: Wenn ein Mann eine Frau heiratet, durch mein Wort, nämlich mein Gesetz, und durch den neuen und immerwährenden Bund, und dieser wird vom Heiligen Geist der Verheißung auf sie gesiegelt, durch den, der gesalbt ist und den ich zu dieser Macht und zu den Schlüsseln dieses Priestertums bestimmt habe, und es wird ihnen gesagt: Ihr werdet in der ersten Auferstehung hervorkommen, und wenn es nach der ersten Auferstehung ist, dann in der nächsten Auferstehung, und werdet Throne, Reiche, Gewalten und Mächte, Herrschaften und alle Höhen und Tiefen ererben—, dann wird es in des Lammes Buch des Lebens geschrieben werden, daß er keinen Mord begehen soll, wodurch unschuldiges Blut vergossen würde, und wenn sie in meinem Bund verbleiben und keinen Mord begehen, wodurch unschuldiges Blut vergossen würde, dann wird ihnen alles geschehen, was auch immer mein Knecht ihnen zugebilligt hat—in der Zeit und durch alle Ewigkeit, und wird in voller Kraft sein, wenn sie außerhalb der Welt sind, und sie werden an den Engeln und den Göttern, die dort hingestellt sind, vorbeigehen zu ihrer Erhöhung und Herrlichkeit in allem, wie es auf ihr Haupt gesiegelt worden ist, und diese Herrlichkeit wird eine Fülle und eine Fortsetzung der Samen sein, für immer und immer. Dann werden sie Götter sein, weil sie kein Ende haben; darum werden sie vom Immerwährenden zum Immerwährenden sein, weil sie weiterbestehen; dann werden sie über allem sein, weil alles ihnen untertan ist. Dann werden sie Götter sein, weil sie alle Macht haben und die Engel ihnen untertan sind. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht nach meinem Gesetz lebt, könnt ihr diese Herrlichkeit nicht erlangen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zur Erhöhung und zur Fortsetzung der Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden, weil ihr mich in der Welt nicht empfangt und mich auch nicht kennt. Aber wenn ihr mich in der Welt empfangt, dann werdet ihr mich erkennen und werdet eure Erhöhung empfangen, damit, wo ich bin, auch ihr sein werdet. Das sind die ewigen Leben: den allein weisen und wahren Gott zu erkennen, und Jesus Christus, den er gesandt hat. Ich bin es. Empfangt darum mein Gesetz.
Lehre und Bündnisse
132:19-24



Die Lehre von der ewigen Ehe ist biblisch widerlegt



 


1. Korinther Kapitel 7 ... Luther 1984:


Wovon ihr aber geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren. Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.  Der Mann leiste der Frau, was er ihr schuldig ist, desgleichen die Frau dem Mann.  Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau.  Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn eine Zeit lang, wenn beide es wollen, damit ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, weil ihr euch nicht enthalten könnt.  Das sage ich aber als Erlaubnis und nicht als Gebot. Ich wollte zwar lieber, alle Menschen wären, wie ich bin, aber jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so.  Den Ledigen und Witwen sage ich: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich.  Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser zu heiraten, als sich in Begierde zu verzehren.

Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass die Frau sich nicht von ihrem Manne scheiden soll  - hat sie sich aber geschieden, soll sie ohne Ehe bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen - und dass der Mann seine Frau nicht verstoßen soll. Den andern aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und es gefällt ihr, bei ihm zu wohnen, so soll er sich nicht von ihr scheiden.  Und wenn eine Frau einen ungläubigen Mann hat und es gefällt ihm, bei ihr zu wohnen, so soll sie sich nicht von ihm scheiden. Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den gläubigen Mann. Sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig.  Wenn aber der Ungläubige sich scheiden will, so lass ihn sich scheiden. Der Bruder oder die Schwester ist nicht gebunden in solchen Fällen. Zum Frieden hat euch Gott berufen.   Denn was weißt du, Frau, ob du den Mann retten wirst? Oder du, Mann, was weißt du, ob du die Frau retten wirst.

Nur soll jeder so leben, wie der Herr es ihm zugemessen, wie Gott einen jeden berufen hat. Und so ordne ich es an in allen Gemeinden.  Ist jemand als Beschnittener berufen, der bleibe bei der Beschneidung. Ist jemand als Unbeschnittener berufen, der lasse sich nicht beschneiden.  Beschnitten sein ist nichts und unbeschnitten sein ist nichts, sondern: Gottes Gebote halten.  Jeder bleibe in der Berufung, in der er berufen wurde.  Bist du als Knecht berufen, so sorge dich nicht; doch kannst du frei werden, so nutze es umso lieber.  Denn wer als Knecht berufen ist in dem Herrn, der ist ein Freigelassener des Herrn; desgleichen wer als Freier berufen ist, der ist ein Knecht Christi.  Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.  Liebe Brüder, ein jeder bleibe vor Gott, worin er berufen ist.

Über die Jungfrauen habe ich kein Gebot des Herrn; ich sage aber meine Meinung als einer, der durch die Barmherzigkeit des Herrn Vertrauen verdient.  So meine ich nun, es sei gut um der kommenden Not willen, es sei gut für den Menschen, ledig zu sein.  Bist du an eine Frau gebunden, so suche nicht, von ihr loszukommen; bist du nicht gebunden, so suche keine Frau.  Wenn du aber doch heiratest, sündigst du nicht, und wenn eine Jungfrau heiratet, sündigt sie nicht; doch werden solche in äußere Bedrängnis kommen. Ich aber möchte euch gerne schonen.  Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht;  und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht;  und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.  Ich möchte aber, dass ihr ohne Sorge seid. Wer ledig ist, der sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle;  wer aber verheiratet ist, der sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle, und so ist er geteilten Herzens.  Und die Frau, die keinen Mann hat, und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, dass sie heilig seien am Leib und auch am Geist; aber die verheiratete Frau sorgt sich um die Dinge der Welt, wie sie dem Mann gefalle.  Das sage ich zu eurem eigenen Nutzen; nicht um euch einen Strick um den Hals zu werfen, sondern damit es recht zugehe und ihr stets und ungehindert dem Herrn dienen könnt.  Wenn aber jemand meint, er handle unrecht an seiner Jungfrau, wenn sie erwachsen ist, und es kann nicht anders sein, so tue er, was er will; er sündigt nicht, sie sollen heiraten.  Wenn einer aber in seinem Herzen fest ist, weil er nicht unter Zwang ist und seinen freien Willen hat, und beschließt in seinem Herzen, seine Jungfrau unberührt zu lassen, so tut er gut daran.  Also, wer seine Jungfrau heiratet, der handelt gut; wer sie aber nicht heiratet, der handelt besser.

Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt; wenn aber der Mann entschläft, ist sie frei, zu heiraten, wen sie will; nur dass es in dem Herrn geschehe!  Seliger ist sie aber, nach meiner Meinung, wenn sie ledig bleibt. Ich meine aber: ich habe auch den Geist Gottes.


    

 













 

Paulus befürwortet nicht eindeutig die Nicht-Ehe und war womöglich selbst verheiratet.

Sein Ehe-Rat an die Korinther, dass der Unverheiratete unverheiratet und das der Verheiratete verbleiben solle als ob er nicht verheiratet wäre, gilt offensichtlich für missionarische Reisen.



  • die Erklärung „Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren” war wahrscheinlich nicht von Paulus.
  • Paulus mag gut selbst verheiratet gewesen sein, doch reiste er in seinem Dienst ohne seine Frau.
  • Paulus lehrte an vielen Orten die Wichtigkeit der Ehe.
  • Der Grund für den Rat, unverheiratet zu bleiben war eine ungewöhnliche und zeitlich begrenzte Situation
  • Paulus hebt vorsichtig hervor, dass dieser Rat, für eine Zeit allein zu bleiben, nicht Gottes Gebot ist, sondern nur seine persönliche Ansicht.
  • Ihm ist klar, dass die Ehe, nicht der Zölibat, eine Voraussetzung für die Führerschaft der Kirche ist.

Quelle: http://de.fairmormon.org/Ehe_notwendig_f%C3%BCr_die_Erh%C3%B6hung