Schwamm drüber Party
... die Party, die den Frieden bringt ...



andere Bezeichnung für "Schwamm Drüber Party = ReSet Party bzw. ReSet Gespräch ...
(nach dem Motto: Was Computer brauchen, kann auch für Menschen gut sein)


Streit macht sich breit ....












Nach meiner Einschätzung verursacht der zwischenmenschliche Unfrieden höchste emotionelle Belastungen und führt zum Gefühl des Unglücklichseins. Familien, Ehepaaare, Freunde, Nachbarn, religiöse Gemeinschaften, Arbeitsteams, Kollegien, Vereine,  etc. , sind oftmals zerstritten, beleidigt und gekränkt.










Womöglich sollten wir darüber nachdenken, ob wir nicht durch die vielen Uneinigkeiten ansatzweise biblische Prophezeiungen, wie diese erfüllen:







Dann werden viele zu Fall kommen und einander hassen und verraten.

Matthäus 24:10 (Einheitsübersetzung)

 

Dann werden sich viele ärgern und werden untereinander verraten und werden sich untereinander hassen.

Matthäus 24:10 (Luther-Übersetzung 1912)



Und weil die Missachtung von Gottes Gesetz überhandnimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten.
Matthäus 24:12 (Einheitsübersetzung)



Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh ...

2. Timotheus 3:1-3 (Einheitsübersetzung)

  



Liebe ist besser ...


Es ist gut, uns an die Worte des Paulus über die Liebe zu erinnern:














Die Liebe ist langmütig, / die Liebe ist gütig. / Sie ereifert sich nicht, / sie prahlt nicht, / sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, / lässt sich nicht zum Zorn reizen (Luther: sie lässt sich nicht erbittern), / trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, /sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, / glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. /

1. Korinther 13:3-8 (Einheitsübersetzung)





Vergebung, Versöhnung und Einigkeit
entzünden ein Licht in uns,
welches ein Lächeln in unser Gesicht zaubert.

Liebe ist kuschelig, stimmt`s ???






Krieg ist doch woanders, oder?






Oft sind wir zu recht besorgt, verunsichert und bedrückt,  wegen der Kriege in anderen Ländern und Kontinenten. Wir wünschen uns den Frieden.













Wir alle sind gegen den brutalen Terror und gegen Gewalt !!!

Wir wollen, dass damit Schluss ist !!!







Doch sollten wir nicht zusätzlich, den "Krieg" und den "Terror" zu Hause, im familieren Beziehungsgeflecht, in der Nachbarschaft, sowie im Bekannten- und Freundeskreis beenden? Oft vergessen wir die Kriege vor unserer Haustüre, die Kriege in unseren eigenen vier Wänden, die Kriege in uns selbst. Oft schreien wir nach Frieden ganz woanders und schließen keinen Frieden um uns herum.



  • Mein Appell: "Lasst uns miteinander Frieden schließen, mithilfe der Schwamm drüber Party".


Vergebung - die Tugend, die manchmal fehlt ...







Der Herr vergibt gerne und nachhaltig ...








... du bist ein Gott, der verzeiht, du bist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld ...
Nehemia 9:17 (Einheitsübersetzung)

Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, / für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.
Psalmen 86:5 (Einheitsübersetzung)


... Denn ich verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr.
Jeremia 31:34 (Einheitsübersetzung)

... Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, / sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, / sie sollen weiß werden wie Wolle.
Jesaja 1:18 (Einheitsübersetzung)


Denn siehe, dies ist meine Kirche; wer auch immer getauft wird, der soll zur Umkehr getauft werden. Und wen auch immer ihr aufnehmt, der soll an meinen Namen glauben, und ihm will ich ohne weiteres vergeben ... Ja, und sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihnen ihre Verfehlungen gegen mich vergeben.

Mosia 26:22, 30 (Buch Mormon ... mehr infos hier...)









... auch wir sind aufgefordert, zu vergeben ...




Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Matthäus 6:14,15 (Einheitsübersetzung)



Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Matthäus 18:21,22 (Einheitsübersetzung)



Und vergib uns unsere Sünden; denn auch wir vergeben allen, die uns schuldig sind ...

Lukas 11:4 (Luther 1912)



Und vergib uns unsere Sünden; denn auch wir vergeben allen, die uns schuldig sind ...

Lukas 11:4 (Luther 1912)



Und ihr sollt einander eure Verfehlungen auch vergeben; denn wahrlich, ich sage dir: Wer die Verfehlungen seines Nächsten nicht vergibt, wenn dieser sagt, er kehre um, der hat sich selbst der Schuldigsprechung ausgesetzt.

Mosia 26:31 (Buch Mormon ... mehr infos ... hier...)


Darum sage ich euch: Ihr sollt einander vergeben; denn wer seinem Bruder dessen Verfehlungen nicht vergibt, der steht schuldig vor dem Herrn; denn auf ihm verbleibt die größere Sünde. Ich, der Herr, vergebe, wem ich vergeben will, aber von euch wird verlangt, daß ihr allen Menschen vergebt. Und ihr solltet in eurem Herzen sprechen: Laß Gott richten zwischen mir und dir und dir vergelten gemäß deinen Taten.
Lehre und Bündnisse 64:9-11 (mehr infos ... hier ... )



Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, meine Knechte: Insofern ihr einander eure Verfehlungen vergeben habt, so vergebe ich, der Herr, euch auch.

Lehre und Bündnisse 82:1 (mehr infos ... hier ... )











Wer anderen vergibt,

beschenkt sich selbst

mit Lebensglück, Energie

und Zuversicht. Die neu gewonnene Einigkeit, beflügelt,

macht uns stark und lässt

uns gemeinsam lächelnd nach vorne blicken.








„Vergebung setzt die Energie frei und nutzt sie besser, die vorher davon verzehrt wurde, dass Groll und Verbitterung gehegt und offene Wunden gepflegt wurden. Sie lässt die Stärken wieder hervorkommen, die wir schon immer hatten, und lässt uns unsere grenzenlose Fähigkeit wiederfinden, andere Menschen und uns selbst zu verstehen und anzunehmen.“

Zitat von: Dr. Sidney Simon, eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet Wertevermittlung.



Wenn wir in unserem Herzen Vergebung für diejenigen finden, die uns Schmerz und Verletzungen zugefügt haben, gelangen wir auf eine höhere Ebene, was unsere Selbstachtung und unser Wohlbefinden angeht.
James E. Faus (Ratgeber des Propheten)   Ansprache "Die heilende Kraft der Vergebung"  hier



Am 13. November 2015 geschahen verheerende Terroranschläge in Paris.  

Die Frau des Journalisten "Antoine Leiris" wurde damals im Musikclub „Bataclan“ getötet. Hier ist sein offener Brief an die Mörder:


Meinen Hass bekommt ihr nicht



Am Freitag Abend habt ihr das Leben der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Kindes, eines außergewöhnlichen Menschen genommen. Meinen Hass gebe ich euch jedoch nicht. Wer ihr sein, weiss ich nicht und will es nicht wissen. Ihr seid tote Seelen. Wenn es zutrifft, dass Gott, für den ihr mit Blindheit mordet, uns nach seinem Abbild erschaffen hat, dann hat jede Kugel-Wunde im Körper meiner Frau, eine Wunde in sein Herz gerissen. Nein, ich schenke euch nicht meinen Hass, auch wenn dies euer Ziel war. Wenn ich auf euren Hass mit Wut antworten würde, würde ich mich der gleichen Gedankenlosigkeit preisgeben, die schuld daran ist, dass ihr die geworden seid, die ihr seid.


Ihr bezweckt meine Angst, meinen mißtrauischen Blick meinen Mitbürgern gegenüber, die Opferung meiner Freiheit für die Sicherheit? Verloren !!! Der Spieler ist weiterhin im Spiel.


Heute morgen habe ich meine Frau endlich nach tagelangem und nächtelangem Warten gesehen. Sie war in gleicher Weise schön,  wie freitagsabend, als sie ausgegangen ist, gleichermaßen schön wie einst, als ich mich vor über 12  Jahren uneingeschränkt in sie verliebt habe. Natürlich quält mich der Seelenschmerz, diesen kleinen Sieg habt ihr. Doch dieser Sieg hält nicht lange, denn ich weiss, sie begleitet uns täglich und wir werden uns im Paradies der freien Seelen wieder treffen, in das ihr nicht hinein gelassen werdet.


Auch wenn mein Sohn und ich nur zu zweit sind, sind wir dennoch stärker, als jede Armee dieser Welt. Ich will nicht mehr Zeit an euch verschwenden, mein Sohn Melvil wacht gerade aus seinem Mittagsschlaf auf. Er ist nur 17 Monate alt, ihm wird gleich sein Essen schmecken und wir werden spielen, wie jeden Tag. Die Waffe dieses kleinen Jungen gegen euch, ist sein Glücklichsein und seine Freiheit. Seinen Hass bekommt ihr auch nicht !!!

 

Quelle: https://www.facebook.com/antoine.leiris?fref=nf



Mein Kommentar: Welch grosser Mann, der sich selbst und sicherlich auch mithilfe der Kraft Gottes in einen solch befreienden und äusserst bemerkenswerten geistigen Edel-Charakter-Zustand begibt. Dieser Mann lässt sich nicht vom Hass auffressen, sondern überlässt Gott den Schuldspruch. Hut ab, vor diesem Menschen, der trotz diesem Schicksalsschlag mit Liebe und Hoffunung nach vorne blickt. Wenn dieser Mann im Dramatischen, diese Größe aufbringt, sollten wir dann nicht unsere im Vergleich dazu komplett unwichtigen Auseinandersetzungen durch gegenseitige Vergebung bereinigen können?



Hinweis: Ich bin mir darüber bewusst, dass dieser Mann den Mördern hier nicht vergibt. Dies kann auch in dieser Situation nicht verlangt werden. Dennoch zeigt er einen neutralisierende Tendenz, die beeindruckend und berührend ist und deshalb als Beispiel gewählt wurde. Sein Vorbild könnte womöglich den einen oder anderen dazu bewegen, das Kriegsbeil zu begraben.




Die "Schwamm drüber Party"



















NAME

Warum heisst das Ganze "Schwamm drüber Party?


Viele kennen den berühmten Bierdeckel aus dem Wirtshaus. Dort werden oft die Getränke per Strich vermerkt, die getrunken wurden. Es handelt sich hierbei um eine Art Schuldschein. Irgendwann möchte der Inhaber des Wirtshauses das Geld von demjenigen, auf den der "Bierdeckel-Schuldschein" ausgestellt wurde. Sobald der offene Betrag augeglichen wird, wird der Schuldschein vernichtet. Viele nutzen statt dem Bierdeckel regulären Zettel.


In alten Zeiten wurden die Getränke und Speisen neben dem Namen des Gastes mit Kreide auf eine  Tafel notiert. Wenn jemand dann abends die Kosten bezahlte, wurde sein Name samt den Notizen mithilfe eine Schwammes entfernt. Wenn jemand nicht zahlen konnte, blieb sein Name mit Notizen an der Tafel stehen. Daher die Redensart "in der Kreide stehen".


Diese Notizen blieben für alle sichtbar an der Tafel stehen, bis die betreffende Person seine Schulden abgezahlt hat und der Schwamm alle Schulden gelöscht hat. Hier kommt offenbar die Redensart: "Schwamm drüber" her.


Basis-Wissen zur "Schwamm drüber Party"

 

Die Sache mit der "6" und mit der "9"








Das Problem mit Streitigkeiten ist oftmals die Tatsache, dass es genau so viele Blickwinkel und Blickrichtungen gibt, wie es Beteiligte gibt. Demnach sehen die Streitparteien die eine Sache sehr unterschiedlich.






Wer zu einer "Schwamm drüber Party" kommt, sollte die Bereitschaft mitbringen, darauf zu verzichten, herauszufinden, wer recht hat. Es ist egal, wer recht hat, denn es gibt so viele Möglichkeiten, dass Ganze zu betrachten oder zu empfinden.



Analyse - Nein Danke









Es wird also NICHT mehr analysiert, NIEMAND bringt die Lupe mit, die Vergangenheit wird NICHT mehr aufgewühlt.









Anteile











Wer an einer "Schwamm drüber Party" teilnimmt, sollte kein Problen damit haben, tendenziell davon auszugehen, dass jeder, der am Streit beteiligt ist, zumindest zu seinem kleinen Anteil zur Eskalation beigetragen hat. Wichtig: Es ist hierbei NICHT entscheident, wessen Anteil scheinbar größer ist.







Abhaken









Es geht in der Tat um das "Abhaken" der Angelegenheit und NICHT um das "Aufwärmen".










Ablauf der "Schwamm drüber Party"













  • die Beteiligten bringen jeweils eine Schiefertafel, Kreide und einen Schwamm mit (der Gastgeber kann auch dafür sorgen, dass genug Utensilien dieser Art vorhanden sind).


  • zu Beginn der "Schwamm drüber Party" werden vom jeweils "Verletzten" die Verhaltenweisen des Streitpatners geschrieben (oder symbolisch gemalt), die zu den Verletzungen geführt haben. Diese Notierungen bzw. Zeichnungen sollten nicht viel Zeit in Anspruch nehmen und können gerne lediglich stichpunktartig und angedeutet sein.

                                                                                                                               






  • nun sagen alle laut: "Wir entschuldigen uns für unsern Anteil ... Wir machen jetzt den Schwamm drüber". Nun wird alles Geschriebene bzw. Gemalte mit einem nassen Schwamm gelöscht.



















  • nun kann es angebracht sein, sich die Hand zu geben, sich zu umarmen oder einfach etwas nettes zu sagen. Unter Umständen können auch individeulle Versöhnungsgeschenke übergeben werden
  • jetzt können party-typische Aktionen folgen, wie Musik, Tanz, Spiel, Spass, Getränke und Leckereien













Jedes Herz kann sich öffnen, Platz machen und vergeben.














 










Vergebung und Versöhnung ist seelenschmerz-lindernd, heilend und bringt neuen Mut, neues Glück, neue Hoffnung.























Vegebung und Versöhnung sind zwischenmenschliche

Heilungs-Aktionen,

die das Leben, heller, bunter,

reicher und schöner machen.







Und was nicht erbaut, das ist nicht von Gott, sondern ist Finsternis. Was von Gott ist, das ist Licht; und wer Licht empfängt und in Gott verbleibt, empfängt mehr Licht; und jenes Licht wird heller und heller bis zum vollkommenen Tag.

Lehre und Bündnisse 50:23-24



Das heilende Salböl der Vergebung
Elder Kevin R. Ducan ... von den Siebzigern

Die Vergebung ist ein herrlicher, heilender Grundsatz. Wir brauchen nicht zweimal zum Opfer zu werden. Wir können vergeben.

Alles, was von Gott kommt, ist von Liebe, Licht und Wahrheit umfangen. Doch als Menschen leben wir in einer gefallenen Welt, die mitunter voller Finsternis und Verwirrung ist. Es überrascht nicht, dass Ungerechtigkeiten auftreten, Fehler gemacht und Sünden begangen werden. Infolgedessen gibt es keine Seele, die nicht irgendwann zum Opfer der Unachtsamkeit oder des verletzenden oder gar sündigen Verhaltens eines anderen wird. So etwas erleben wir alle.

Glücklicherweise hat Gott in seiner Liebe und Barmherzigkeit seinen Kindern einen Weg bereitet, wie sie die zeitweise turbulenten Erfahrungen des Lebens bewältigen können. Er hat einen Ausweg für alle geschaffen, die den Übeltaten anderer zum Opfer fallen. Er hat uns verkündet, dass wir vergeben können! Wir mögen zwar einmal zum Opfer werden, doch brauchen wir es nicht noch ein zweites Mal werden, indem wir Hass, Bitterkeit, Schmerz, Groll oder gar Rachegelüste wie eine Last mit uns herumtragen. Wir können vergeben und dadurch frei sein!

Vor vielen Jahren drang ein kleiner Holzsplitter in meinen Finger, als ich einen Zaun ausbesserte. Ich versuchte eher nachlässig, den Splitter zu entfernen, und dachte, er sei nicht mehr da, aber dem war offenbar nicht so. Im Laufe der Zeit wuchs Haut über den Splitter und es entstand ein Knoten an meinem Finger. Das hat mich gestört und tat manchmal weh.

Jahre später beschloss ich, endlich etwas dagegen zu unternehmen. Ich strich einfach Salbe auf den Knoten und deckte ihn mit einem Verband ab. Dies wiederholte ich öfters. Sie können sich nicht vorstellen, wie überrascht ich war, als ich eines Tages den Verband abnahm und der Splitter aus meinem Finger hervorgekommen war.

Die Salbe hatte die Haut weich gemacht und dem, was mir so viele Jahre lang Schmerzen bereitet hatte, einen Ausweg verschafft. Kaum war der Splitter entfernt, heilte der Finger schnell. Heute deutet nichts mehr auf eine Verletzung hin.

In vergleichbarer Weise trägt ein nicht vergebungsbereites Herz so viel unnötigen Schmerz in sich. Wenn wir das heilende Salböl aus dem Sühnopfer des Herrn auftragen, erweicht er unser Herz und hilft uns, uns zu ändern. Er kann die verwundete Seele heilen (siehe Jakob 2:8).

Ich bin überzeugt, dass die meisten von uns vergeben wollen, aber es fällt uns sehr schwer. Wenn wir Ungerechtigkeit erfahren, kommen wir leicht zu dem Schluss: „Dieser Mensch hat einen Fehler begangen. Er verdient eine Strafe. Wo bleibt die Gerechtigkeit?“ Irrigerweise meinen wir, falls wir vergeben, werde der Gerechtigkeit irgendwie nicht Genüge getan und es folge keine Strafe.

Das stimmt einfach nicht. Gott wird eine gerechte Strafe zumessen, denn die Barmherzigkeit kann die Gerechtigkeit nicht berauben (siehe Alma 42:25). Gott versichert Ihnen und mir liebevoll: „Überlasst mir allein den Richterspruch, denn er ist mein, und ich werde vergelten. Friede sei mit euch.“ (LuB 82:23.) Der Prophet Jakob aus dem Buch Mormon hat zudem verheißen: „[Gott] wird euch in euren Bedrängnissen trösten, und er wird sich eurer Sache annehmen und Gerechtigkeit auf diejenigen herabkommen lassen, die nach eurer Vernichtung trachten.“ (Jakob 3:1.)

Wenn wir als Opfer glaubenstreu sind, können wir tiefen Trost in dem Wissen finden, dass Gott uns für jede Ungerechtigkeit, die uns widerfährt, entschädigen wird. Elder Joseph B. Wirthlin sagte: „Die Glaubenstreuen werden vom Herrn für jeden Verlust entschädigt. … Jede heute vergossene Träne [wird] eines Tages hundertfach mit Tränen der Freude und der Dankbarkeit vergolten.“1

Wenn wir uns bemühen, anderen zu vergeben, sollten wir auch nicht vergessen, dass wir alle geistig wachsen, aber auch alle auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen stehen. Es ist einfach, die Veränderungen und das Wachstum an unserem physischen Körper zu erkennen, aber schwierig, das Wachstum unseres Geistes wahrzunehmen.

Ein Schlüssel dazu, anderen zu vergeben, besteht in dem Bemühen, sie so zu betrachten, wie Gott sie sieht. Zuweilen mag Gott den Vorhang teilen und uns mit der Gabe segnen, in das Herz, die Seele und den Geist dessen zu blicken, der uns verletzt hat. Dieser Einblick kann sogar dazu führen, dass man von großer Liebe zu diesem Menschen erfüllt wird.

Aus den heiligen Schriften wissen wir, dass Gott seine Kinder auf vollkommene Weise liebt. Er kennt ihr Potenzial, Gutes hervorzubringen, ungeachtet dessen, was in ihrer Vergangenheit war. Nach allem, was man weiß, konnte es keinen streitbareren, entschiedeneren Feind der Anhänger Jesu Christi geben als Saulus von Tarsus. Doch kaum hatte Gott dem Saulus Licht und Wahrheit gezeigt, wurde dieser zum hingebungsvollsten, leidenschaflichsten und furchtlosesten Jünger des Erretters. Saulus wurde zum Apostel Paulus. Sein Leben ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Gott die Menschen nicht nur so sieht, wie sie gegenwärtig sind, sondern auch so, wie sie werden können. In unser aller Leben gibt es Menschen wie Saulus, die das Potenzial haben, ein Paulus zu werden. Können Sie sich vorstellen, wie unsere Familie, unser Wohnort und die Welt als Ganzes sich verändern könnten, wenn wir alle den Versuch unternähmen, einander so zu sehen, wie Gott uns sieht?

Allzu oft betrachten wir einen Übeltäter so, wie wir einen Eisberg betrachten würden – wir sehen nur die Spitze und blicken nicht unter die Oberfläche. Wir wissen nicht alles, was im Leben eines Menschen vorgeht. Wir kennen seine Vergangenheit nicht, auch nicht die Kämpfe, die er durchmacht, und nicht den Schmerz, den er in sich trägt. Brüder und Schwestern, bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Etwas zu vergeben heißt nicht, es gutzuheißen. Wir rechtfertigen schlechtes Verhalten nicht und erlauben niemandem, uns zu misshandeln, nur weil er Kämpfe durchmacht, einen Schmerz oder Schwäche in sich trägt. Doch wir können ein umfassenderes Verständnis und Frieden erlangen, wenn wir den Blick erweitern.

Sicherlich begeht manch einer, der geistig weniger reif ist, möglicherweise schwere Fehler – doch niemand von uns sollte nur an seinen schlimmsten Taten gemessen werden. Gott ist der vollkommene Richter. Er blickt unter die Oberfläche. Er weiß alles und sieht alles (siehe 2 Nephi 2:24). Er hat gesagt: „Ich, der Herr, vergebe, wem ich vergeben will, aber von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt.“ (LuB 64:10.)

Als Christus ungerechtfertigten Anschuldigungen ausgesetzt war und dann grausam geschmäht und geschlagen wurde und schließlich am Kreuz litt, sagte er, genau in jenem schwersten Moment: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23:34.)

In unserer Kurzsichtigkeit ist es uns manchmal ein Leichtes, Abneigung gegenüber anderen zu empfinden, die nicht so handeln oder denken wie wir. Allein aufgrund der Tatsache, dass der andere eine andere Sportmannschaft unterstützt oder andere politische oder religiöse Ansichten hat, nehmen wir möglicherweise eine intolerante Haltung ein.

Präsident Russell M. Nelson hat uns einen weisen Rat erteilt. Er sagte: „Die Gelegenheit, jemandem zuzuhören, der eine andere religiöse oder politische Überzeugung hat, kann die Toleranz fördern und den Horizont erweitern.“2

Im Buch Mormon wird von einer Zeit berichtet, als „das Volk der Kirche anfing, im Stolz seiner Augen überheblich zu werden …, dass sie anfingen, einer den anderen zu verachten, und sie fingen an, diejenigen zu verfolgen, die nicht glaubten, wie sie wollten und wie es ihnen gefiel“ (Alma 4:8). Denken wir doch alle daran, dass Gott nicht auf die Farbe des Trikots oder die Parteizugehörigkeit achtet. Vielmehr ist es so, wie Ammon sagte: „[Gott] schaut auf alle Menschenkinder hernieder; und er kennt alle Gedanken und Absichten des Herzens.“ (Alma 18:32.) Brüder und Schwestern, falls wir bei den Wettkämpfen des Lebens siegen, sollten wir würdevoll siegen. Falls wir verlieren, sollten wir würdevoll verlieren. Denn wenn wir im Leben gnädig zueinander sind, wird am letzten Tag Gnade unser Lohn sein.

Wir alle sind zwar ab und an das Opfer der Übeltaten anderer, manchmal sind aber auch wir der Übeltäter. Wir alle machen Fehler und brauchen Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Vergebung unserer Sünden und Vergehen daran gebunden ist, dass wir anderen vergeben. Der Erretter hat gesagt:

„Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Matthäus 6:14,15.)

Aus allem, was der Erretter in das bemerkenswert kurze Vaterunser hätte aufnehmen können, wählte er interessanterweise auch die Worte: „Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.“ (Matthäus 6:12; siehe auch 3 Nephi 13:11.)

Vergebung ist genau der Grund, weshalb Gott seinen Sohn sandte. Freuen wir uns doch alle über sein Angebot, uns alle zu heilen! Das Sühnopfer des Erretters ist für diejenigen, die umkehren müssen, ebenso da wie für diejenigen, die vergeben müssen. Falls es Ihnen schwerfällt, jemand anders oder auch sich selbst zu vergeben, bitten Sie Gott um Hilfe. Die Vergebung ist ein herrlicher, heilender Grundsatz. Wir brauchen nicht zweimal zum Opfer zu werden. Wir können vergeben.

Ich lege Zeugnis ab für die anhaltende Liebe und Geduld, die Gott all seinen Kindern entgegenbringt, und für seinen Wunsch, dass wir einander so lieben mögen, wie er uns liebt (siehe Johannes 15:9,12). Wenn wir das tun, durchbrechen wir die Finsternis dieser Welt und treten in die Herrlichkeit seines erhabenen Reiches im Himmel ein. Dann sind wir frei. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben

  1. Joseph B. Wirthlin, „Was immer kommen mag – nimm es freudig an“, Liahona, November 2008, Seite 28

  2. Russell M. Nelson, „Zuhören, um zu lernen“, Der Stern, Juli 1991, Seite 23

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