Pfingsten - das Harmonie-Fest
... Ausschüttung des Heiligen Geistes


Bedeutung - Herkunft


Der Begriff "heiliger Geist" kann mit mehreren Begriffen verknüpft werden:

  • hebräisch ruach = Atem, Wind
  • lateinisch anima = Seele oder Atem
  • lateinisch spiritus = Geist, Atem, Seele
  • griechisch pneuma = Atem, Luft


Bekannt ist der Hauch des Lebens, den Gott uns eingeblasen hat. Beim Heiligen Geist handelt es sich wohl um eine Art göttliche Energiesubstanz.


Das Pfingstfest (jüdisch: schawuot) wurde zur Zeit des alten Testaments 50 Tage nach dem Paschafest (Fest zur Erinnerung an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei, heutiges Osterfest) gefeiert . Es handelte sich um ein Erntefest und wurde damals "das Fest der Ernte" oder "das Wochenfest" genannt. Es war der Zeitpunkt dieses Festes in Jerusalem, als das Pfingstereignis in Jerusalem stattfand.


Die Vorgeschichte zu diesem Fest ist der Tod Jesu und das Alleinsein und sicher auch das Traurigsein der Jünger. Somit kam die Ausschüttung des Heilgen Geistes genau richtig.

Alttesmentalische Verknüpfungen zu diesem Ereignis sind erkennbar, wenn wir an Mose und die 10 Gebote denken am brennenden Berg Sinai (2. Mose bzw. Exodus Kapitel 19). Dort war Feuer im Spiel. Oder denken wir an Elias, der Gott am Berg Horeb begegnete (1. Könige Kapitel 19). Dort war Wind im Spiel.

Im Grunde ist das Pfingst-Ereignis die Umdrehung der Verwirrung der Sprachen beim Turmbau zu Babel. Nun verstehen sich wieder alle, deshalb nenne ich Pfingsten gerne, das Harmonie-Fest.



Das Ereignis in der Bibel



Als dann der Tag des Pfingstfestes herbeigekommen war, befanden sie alle sich an einem Ort beisammen. Da entstand plötzlich ein Brausen (oder: Rauschen) vom Himmel her, wie wenn ein gewaltiger Wind daherfährt, und erfüllte das ganze Haus (oder: Gemach), in welchem sie weilten; und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich (in Flämmchen) zerteilten und von denen sich eine auf jeden von ihnen niederließ;  und sie wurden alle mit heiligem Geist erfüllt und begannen in anderen Zungen zu reden, wie (oder: je nachdem) der Geist es ihnen eingab auszusprechen (oder: sich vernehmen zu lassen).
Menge Übersetzung Apg. 2:1-4


 

Pfingsten damals - Pfingsten heute


So wie damals, zur Zeit der Urkirchen-Gründung eine Ausschüttung des Geistes geschehen musste, um das Werk des Herrn voran zu bringen, so war ein Ereignis dieser Art auch nach der Widerherstellung der Urkirche Jesu in unserer Zeit wichtig.


Dieses Ereignis geschah während der Weihung des Kirtland-Tempels (27. März 1836).



Zitate aus der Ansprache "Halten Sie noch ein wenig länger durch" von Dieter F. Uchtdorf

"In Kirtland gewährte der Herr der Kirche einige der außergewöhnlichsten himmlischen Kundgebungen und geistigen Gaben, die diese Welt jemals erlebt hat. Es war eine Zeit noch nie dagewesenen geistigen Wachstums. Der Geist aus den Höhen brannte tatsächlich wie Feuer und Flammen. Mose, Elija und viele andere himmlische Wesen erschienen in dieser Zeit, auch unser Vater im Himmel und sein Sohn, der Erlöser der Welt, Jesus Christus. Als die Heiligen in Kirtland sich dem Herrn dann nahten, nahte er sich ihnen auch und schüttete die Segnungen des Himmels über die gläubigen Mitglieder aus.

Der Höhepunkt dieser geistigen Kundgebungen war wohl die Weihung des Kirtland-Tempels am 27. März 1836. Einer der Anwesenden war der 28-jährige William Draper, der den Tag als „Pfingsttag“ bezeichnete. Er schrieb: „Der Geist des Herrn wurde in dieser Zeit dergestalt ausgeschüttet, dass ich dies mit meiner Feder nicht vollständig niederschreiben und mit meiner Zunge nicht aussprechen kann. Aber ich möchte hier erklären, dass der Geist ausgegossen wurde und wie ein mächtiger, rauschender Wind kam, der das Haus erfüllte, und alle Versammelten redeten in Zungen, hatten Visionen, sahen Engel, prophezeiten und erlebten eine solche Freude, wie sie in dieser Generation noch niemand erlebt hatte.“ (Quelle: William Draper, „A Biographical Sketch of the Life and Travels and Birth and Parentage of William Draper“, 1881, Abschrift, Historisches Archiv der Kirche, Seite 2)


Diese geistigen Kundgebungen erlebten aber nicht nur diejenigen, die im Tempel waren, denn „die Leute aus der Nachbarschaft liefen zusammen (sie hörten drinnen ein ungewöhnliches Geräusch und sahen auf dem Tempel ein helles Licht, wie eine Feuersäule) und staunten über das, was da vor sich ging.“ (Quelle: History of the Church, 2:428)


Lorenzo Snow (1814–1901), der später Präsident der Kirche wurde, wohnte zu dieser herrlichen Zeit in Kirtland. Er berichtet: „Man hätte meinen können, dass die Heiligen nach solch erhabenen Kundgebungen von keiner Versuchung mehr erschüttert werden könnten.“ (Quelle: Lorenzo Snow, „Discourse“, Deseret Weekly News, 8. Juni 1889, Seite 26)


Hier ist ein Auszug aus dem Gebet, welches bei der Weihung des Kirtland Tempels gesprochen wurde:


Laß es an ihnen erfüllt werden wie an denen am Pfingsttag; laß die Gabe der Zungenrede über dein Volk ausgegossen sein, ja, Zungen, zerteilt, wie von Feuer, und auch deren Auslegung. Und laß dein Haus von deiner Herrlichkeit erfüllt sein wie vom Brausen eines mächtigen Windes.
Lehre und Bündnisse 109:36-37 Gebet, gesprochen bei der Weihung des Tempels zu Kirtland, Ohio, am 27. März 1836


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